D i e G e s c h i c h t e d e s P a s c a l R e i s
- I -
Aller Anfang ist großartig
Pascal Reis war noch ein Baby, als
er geboren wurde. Das hielt ihn aber nicht auf. Warum auch? Bereits noch im
Plazentaandockstadium gab er den Ton an und bastelte aus seiner dritten
Brustwarze und dem dritten, verwachsenen Daumen einen elektrischen Dosenöffner,
um sich selbst per Kaiserschnitt auf die Welt zu holen. Doch die Ärzte waren
schneller. Der Weg ins Lebenslicht, es war gleich bedeutend für Pascal Reis mit
der ersten Niederlage seines Lebens. Es sollte dafür aber auch die Letzte
gewesen sein.
Pascal Reis Eltern waren sehr
glücklich über Ihren Sohn. Gut, er (Papa Reis) wollte lieber einen neuen Videorekorder, sie (Mama Reis)
dachte in ihr wächst eine neue Gucci-Handtasche, aber dann wurden alle
Erwartungen übertroffen – hochhaushoch! Pascal Reis, der kleine Wonneproppen,
wurde schnell zum Star der Familie, denn er war nicht so profan wie andere
Babys und Neugeborene, die mit den immer gleichen „Och, wie süß“-Blicken um
Aufmerksamkeit betteln, wie ein Junkie vor der Haustür von Charlie Sheen.
Pascal Reis wusste schon damals was er will und vor allem wusste er eines: dass
er großartig ist. Die Perfektion, zusammengehalten von zwei Pausbacken und
einer Pampers.
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| Das damalige Ortsschild von Brakel |
Nachdem er die Fontanellenzeit
hinter sich gelassen und gelernt hat, dass auf Premiere (heute: Sky) nach 23:00
lustige Nackedeifilme laufen, war es an der Zeit in den Kindergarten zu gehen.
Blöd war nur, dass Pascal Reis seit seiner Geburt in Brakel wohnte und Brakel
hatte keinen Kndrgrtn. Brakel hatte auch keine Schl, oder eine Tlfnzll, oder
eine Knlstn, oder Strßn, oder… Brakel hatte nicht einmal Vokale! Viele Dreijährige mit Allmachtsphantasien hätten jetzt bereits aufgegeben, wären zu
Mutti gerannt und hätten gepetzt, dass Papa wieder heimlich in der Garage
geraucht hat. Genau das hat Pascal Reis dann auch getan. Aber nachdem es zum
Trost lecker Kakao gab und Papa Reis eine Packung Revall ohne Filter essen
musste, ging Pascal Reis los und suchte nach Alternativen für den fehlenden
Kindergarten. Er wurde fündig und dieser Fund sollte seinen weiteren Lebensweg
bestimmen.
Was er fand waren Filme. Nicht die,
die sein Vater unter seinen Sportmagazinen versteckte, sondern Filme, die man
komplett anschaut, nicht nur die ersten 3 Minuten und dann den Rekorder
abstellt, um seine Unterwäsche zu wechseln. Sie waren für Pascal Reis
pädagogische Alternativen. Mit ihrer Hilfe kam er zu Erkenntnissen, die noch
heute Bestand haben, z.B. das Jungen einen „Pipi“ und er einen „Langstrumpf“
haben. Mit gerade einmal fünf Jahren war Pascal Reis schon klüger als halb so
klug wie er wollte und doppelt so schlau wie er sein sollte, wenn er so
intelligent wäre wie könnte… oder so ähnlich. Dass so einem Wunderkind die Welt
offen steht ist da wenig überraschend und auch dass Filme im weiteren Leben immer
wichtiger für ihn werden würden ist eine Tatsache die niemanden verwundern
sollte. Außer man ist nur halb so verwundert wie man könnte, wenn man weiß das
die Verwunderung doppelt so hoch ist wie sie sein sollte. Klar soweit?
Weiter geht’s im zweiten Teil.

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